1 Monat in Cha-am: Reisen nur mit Handgepäck

Sonnenaufgang vor ruhigem Condo am Meer in Cha-am 1 Monat in Cha-Am Handgepäck-Regeln für Handgepäck-Regelnde

Nach einem Monat Bangkok hätten wir kaum einen größeren Kontrast wählen können. Plötzlich waren wir nicht mehr in einer Megacity, hatten keine Mall mehr direkt vor der Tür und keine endlose Auswahl an Essen oder an Supermärkten. Was wir stattdessen hatten war aber noch viel besser: Meer vor dem Balkon, Wellenrauschen beim Einschlafen, tägliches Tennis, kleine und größere Rollerfahrten und viel Ruhe.

Eigentlich hatten wir als Destination zunächst eher Hua Hin im Kopf. Bei der Unterkunftssuche fanden wir dann aber ein Condo direkt an der Küste bei Cha-am und blieben auch wieder einen ganzen Monat. Irgendwie war das eine der Entscheidungen unserer Weltreise, an die wir besonders gerne zurückdenken.

Vor der Reise

Warum es nach Bangkok nach Cha-am ging

Nach unserem Monat in Bangkok wollten wir ganz bewusst etwas anderes. Bangkok hatten wir als riesige, bequeme und unglaublich vielfältige Stadt erlebt. Danach klang ein Monat am Meer ziemlich perfekt. Die Region rund um Hua Hin fanden wir auch wegen ihrer Geschichte interessant.

‚H ua Hin entwickelte sich schon im frühen 20. Jahrhundert zu einem wichtigen Badeort für Menschen aus Bangkok.‘

Auch Mitglieder der thailändischen Königsfamilie ließen dort ihre Rückzugsorte errichten. König Prajadhipok baute in Hua Hin beispielsweise den Klai-Kangwon-Palast, seine Sommerresidenz. Also dachten wir uns das passt perfekt: Wir wollen ans Meer und dieser Ort gehört zu den ältesten Badeorten Thailands. Das durften wir nicht verpassen.

Auch die Gegend um Cha-am besitzt eine Verbindung zur königlichen Geschichte. Zwischen Cha-am und Hua Hin liegt der Maruekhathaiyawan-Palast, der 1923 auf Anordnung von König Rama VI, ebenfalls als Sommerresidenz, errichtet wurde. Außerdem trennen die beiden Orte gerade einmal 25 Kilometer. Cha-am selbst kannten wir vorher überhaupt nicht.

Wir wollten zuerst nach Hua Hin und sind letztlich vor allem deshalb in Cha-am gelandet, weil wir dort eine Unterkunft fanden, die zu dem passte, was wir suchten: direkt an der Küste, ruhig, die Möglichkeit Tennis zu spielen und zu einem für uns angemessenen Preis.

Was wir von einem Monat Cha-am erwartet haben

Unsere Erwartungen waren ziemlich einfach: Ruhe, Entspannung und ein langer Strand vor der Tür. Nach Bangkok brauchten wir auch keinen Ort, an dem wir jeden Tag zehn neue Dinge entdecken konnten. Wir wollten diesmal eher erleben, wie es ist, einen Monat lang direkt am Meer zu wohnen. Wir mussten nur aus unserer Unterkunft stolpern und schon hatten wir einen traumhaften, menschenleeren Strand vor uns.

Von Bangkok nach Cha-am war unsere entspannteste Weiterreise

Unsere Weiterreise hätte kaum einfacher sein können. Wir hatten mehrere Möglichkeiten, wie wir von Bangkok nach Cha-am reisen. Die Zugstrecke ist sehr berühmt, weil auch die Könige diese Verbindung nutzten. Aber wir wollten es etwas bequemer haben, weil der Zug nur früh morgens in Bangkok entfernt von unserer Unterkunft losfuhr.

Dafür entscheiden wir uns bei der Abreise aus Cha-am genau für diese Zugverbindung pünktlich zum Sonnenaufgang. Wir buchten die dritte Klasse, die Standardwagons, mit welchen auch Thais fahren. Pro Person haben wir für die Strecke von ungefähr 180 km circa 4 Euro bezahlt. Dafür hatten wir Ventilatoren und Fenster, die wir öffnen konnten.

Blick aus dem Zug von Cha-am nach Bangkok 1 Monat in Cha-am Handgepäck-Regeln für Handgepäck-Regelnde
Blick aus dem Fenster im Zug von Cha-am nach Bangkok.

Ab und an huschten Verkäufer mit Essen durch die Wagons und das Gefühl war einzigartig – die wohl schönste Zugfahrt unseres Lebens. Touristen gab es auch keine, die buchen wohl alle die höheren Klasse. Da gibt es Klimaanlagen und komfortablere Sitze. Aber genug zu unserer malerischen Rückreise nach Bangkok. Wie sind wir von Bangkok nach Cha-am gekommen?

Ganz einfach: Wir bestellten in Bangkok über die App ein Grab-Taxi und fuhren direkt von unserem Condo zum nächsten Condo an der Küste. Für die zweistündige Fahrt haben wir ungefähr 50 Euro bezahlt. Diesen kleinen Luxus haben wir uns gegönnt. Dafür hatten wir keine komplizierte Anreise, kein erneuten Flughafen-Aufenthalt, kein großes Umsteigen und vor allem kein Stress mit unserem Gepäck.

‚D ank unserer Reise mit Handgepäckrucksäcken wurde der Ortswechsel fast absurd einfach: Rucksäcke schließen, den Aufzug nehmen, ins Auto steigen und einige Stunden später am Meer wieder aussteigen.‘

Bei der Vorbereitung mussten wir gar nichts beachten. Auch unsere Rucksäcke haben wir nicht besonders ordentlich gepackt, weil wir sie ja direkt wieder auspacken würden.

Nur einen Unterschied zu Bangkok kannten wir bereits vor der Ankunft: Diesmal hatten wir keine Waschmaschine in der Unterkunft. Also haben wir all unsere Kleidung am Abend vor der Abreise gewaschen. Wie unkompliziert sich auch die fehlende Waschmaschine lösen würde, wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Vor Ort in Cha-am

Unser Condo lag genau so ruhig, wie wir es uns erhofft hatten

Die Ankunft in unserer Unterkunft war ein Traum. Direkt im Erdgeschoss war ein riesiger, offener Bereich samt Lobby. Schon beim Betreten sahen wir den riesigen Pool, das türkisglitzernde Meer, Palmen und Frangipani-Bäume. Wir konnten unser Glück kaum fassen. Es fühlte sich fast an wie in einem Luxus-Hotel.

Wir schliefen direkt am Strand mit Meerblick in einem sehr, sehr ruhigen Condo-Komplex. In unmittelbarer Umgebung lagen vor allem größere Resorts und Hotels. Viel städtisches Leben direkt vor der Haustür gab es nicht. Auch die umliegenden Gebäude waren hunderte Meeter entfernt, sodass es zu Bangkok ein richtiger Kontrast war. Nachts und auch tagsüber konnten wir das Rauschen der Wellen bis ins Zimmer hören. Dieses Wellenrauschen gehört bis heute zu den Dingen, an die wir sofort denken, wenn wir über unsere Zeit in Cha-am sprechen.

Die Stadt Cha-am selbst hat uns ehrlich gesagt nicht besonders begeistert. Für uns lag der Reiz weniger im Zentrum als vielmehr an der Küste und in der Ruhe unserer Umgebung. Aber Cha-am ist auch kein klassischer Ort in Thailand, den man besucht. Wir hatten den Eindruck, dass es vor allem Rentner und Golfspieler an diesen Ort zieht, um in Thailand zu überwintern oder dorthin auszuwandern.

Unser Alltag bestand plötzlich aus Meer und Tennis

In Bangkok hatten wir irgendwann feste Wege, Lieblings-Foodcourts und ständig etwas Neues vor der Tür. Cha-am funktionierte komplett anders. Morgens das Meer hören. Zeit auf unserem atemberaubenden Balkon verbringen, dann Tennis spielen und im Pool schwimmen.

Unser Condo hatte einen kostenlosen Tennisplatz, den wir fast täglich genutzt haben. Dazu kam der Pool direkt am Meer und kleinere Touren mit unserem Roller. Den Motorroller hatten wir uns im kleinen Ort nahe der Unterkunft gebucht.

‚E igentlich war es gar kein richtiger Ort. Aber es gab mehrere kleine Häuser, Restaurants, kleine Einkaufsmöglichkeiten und ein paar Massagesalons.‘

Fast jeder bot dort direkt alles an: Essen, Massage, Wäscherei und Rollervermietung in einem. Das reichte uns, mehr brauchten wir gar nicht. Einen 7-Eleven gab es schließlich auch. Wir hatten nach wenigen Tagen nicht das Gefühl, einen Reiseplan erfüllen zu müssen. Wir lebten einfach.

Ohne Roller wären wir dort ziemlich eingeschränkt gewesen

Zu Fuß haben wir außerhalb der unmittelbaren Küstenstraße vor unserer Unterkunft gar nichts erledigt. Ein Grund war die Entfernung: Für viele Dinge mussten wir ohnehin Richtung Cha-am oder Hua Hin fahren. Der andere Grund waren für uns die vielen Straßenhunde. So wurde der Roller schnell zu unserem wichtigsten Verkehrsmittel. Damit fuhren wir einkaufen, essen, zur Wäscherei oder einfach ohne großes Ziel durch die Gegend.

Unser weisser Motorroller in Cha-am 1 Monat in Cha-am Handgepäck-Regeln für Handgepäck-Regelnde
Unser kleiner, weißer Roller zur Fortbewegung.

Gerade diese kleinen Touren entlang der Küste oder ins Hinterland haben uns besonders gefallen. Sobald wir die größere Küstenstraße verließen, fuhren wir zwischen Golfplätzen, Feldern und kleinen Dörfern hindurch. Cha-am fühlte sich dadurch ganz anders an als das Thailand, das wir kurz vorher in Bangkok erlebt hatten. In Bangkok gibt es kaum Straßenhunde.

Wichtig: Das ist unsere persönliche Erfahrung mit unserer konkreten Lage. Cha-am erstreckt sich über einen großen Küstenbereich und je nach Unterkunft kann der Alltag ganz anders aussehen.

Die Straßenhunde waren unser größter Minuspunkt

Mit einem Problem hatten wir vorher überhaupt nicht gerechnet: Straßenhunde. In unserer direkten Umgebung begegneten uns wirklich sehr viele. Teilweise lagen sie gelangweilt am Straßenrand, manchmal standen größere Gruppen zusammen, einmal waren es sicher um die 20 Hunde auf einmal. Meistens passierte nichts. Ein- oder zweimal änderte sich die Situation plötzlich.

Beim Vorbeifahren auf dem Roller rannten Hunde bellend auf uns zu und wirkten aggressiv. Wir sind weitergefahren und konnten die Situationen schnell hinter uns lassen, aber angenehm war das definitiv nicht. Diese Erinnerung bleibt uns bis heute. Das hat dazu geführt, dass wir manche Strecken zu Fuß gar nicht erst gehen wollten. Vor allem bei Dunkelheit nicht, weil wir so abseits schliefen, dass es auch keine Beleuchtung an den Wegen gab. Wenn wir andere Touristen laufen gesehen hatten, dann immer mit einem Stock zur Verteidigung.

Hinzu kam, dass auf einigen freien Flächen rund um unsere Unterkunft viel Müll lag. Gerade in einer ansonsten so schönen, ruhigen Küstenlandschaft fanden wir das sehr bedauerlich.

Beim Essen hatten wir plötzlich deutlich weniger Auswahl

In Bangkok hatten wir praktisch jederzeit die Qual der Wahl. In Cha-am änderte sich das schlagartig. Aber es ist Thailand.

‚I n Thailand muss man nie lange hungrig sein, bis man leckeres Essen an Orten findet, an denen man es nicht erwarten würde.‘

Natürlich hatten wir weiterhin einen 7-Eleven in erreichbarer Nähe und fanden mehrere Restaurants, kleine Familienbetriebe, eine einfache Garküche am Strand und westlichere Optionen. Aber für das meiste mussten wir auf den Roller steigen. Das hat uns nicht sonderlich gestört: Genau das Roller fahren macht das Thailand-Gefühl irgendwie aus und wir lieben es.

Trotzdem möchten wir einen Ort unbedingt festhalten, weil wir dort fast täglich gegessen haben: The Baguette. Wie der Name schon andeutet, gibt es dort eine große Auswahl an französischem Gebäck, aber inspiriert aus Thailand. Der Coconut Cake schmeckt hier unglaublich lecker. Es gibt auch eine ordentliche Auswahl an warmen Speisen, die wir ebenfalls ausgiebig getestet haben und gemocht haben. Die Preise sind außerdem günstig, wenn man bedenkt, dass es ja eigentlich Western Food ist. Es gibt sogar eine kleine Auswahl an Käse und Schinken.

Wer authentisches Thai Essen sucht und flexibel zwischen Cha-am und Hua Hin ist sollte unbedingt bei My Kitchen @ Bang Khwai vorbeischauen. Ein kleines familiengeführtes Lokal mit einem der besten Gerichte die wir in Thailand probiert hatten: Frittierter und gesalzener Schweinebauch mit scharfer Chilli-Paste und klebrigem Reis.

Und wenn man angenehm entspannt und ruhig am Meer sitzen möchte, dann können wir Sailing Club Restaurant nur empfehlen. Besonders die Fish & Chips haben es uns angetan, sodass wir auch hier mehrmals hervorragend gegessen und unsere Zeit genossen haben.

Eine Waschmaschine im Apartment braucht man nicht unbedingt

In Bangkok haben wir uns bewusst für eine Waschmaschine im Condo entschieden. Diesmal nicht. Eigentlich hätten wir schon gerne eine gehabt, aber wer tauscht schon gerne unmittelbare Nähe zu einsamen Stränden mit Meerblick gegen eine Waschmaschine ein?

Der Wäscheservice unserer Unterkunft war uns zu teuer. Außerdem wollten sie bestimmte Kleidungsstücke, wie Unterwäsche und Socken, nicht annehmen. Das ist relativ normal in Thailand, da es als respektlos gilt, diese Dinge von anderen Menschen waschen zu lassen. Ach ja, Füße darf man auch nicht einfach mit der Sohle direkt auf andere Menschen richten. Das alles klingt aber schlimmer als es eigentlich ist. Selbst wenn du aus Versehen in ein kulturelles Fettnäpfchen in Thailand trittst, werden Thais dir das nicht böse nehmen. Sie werden es dir nicht einmal sagen.

Also suchten wir mit unserem Roller nach einer Wäscherei. Das funktionierte problemlos.

‚E twa einmal pro Woche brachten wir unsere Kleidung in die Wäsche. Dabei bezahlten wir ungefähr 70 Baht pro Kilogramm, circa 1,80 Euro.‘

Das ist recht teuer in Thailand, aber wir konnten alles am nächsten Tag sicher und sauber abholen. Es ist zwar sehr bequem eine Waschmaschine in der Unterkunft zu haben und wir lieben es, aber auch beim Reisen nur mit Handgepäck muss eine Unterkunft nicht zwingend eine eigene Waschmaschine haben. Solange sich vor Ort unkompliziert waschen lässt, funktioniert unser kleiner Kleiderbestand genauso gut.

Diese Erfahrung haben wir bisher in allen Ländern gemacht, in denen wir in Südostasien unterwegs waren. Hier gibt es immer ausreichend kostengünstige Angebote an Wäschereien, sei es zum selber Waschen oder zum Waschen lassen.

Unsere Reise an die königliche Küste Thailands

Der schönste Teil von Cha-am war eigentlich das Nichtstun

Normalerweise klingt „wir haben nicht besonders viel gemacht“ in einem Reisebericht fast wie ein Problem. Oder zumindest wirkt es auf viele so, als wäre ein Ort langweilig oder nicht sehenswert. Wenn du das annimmst, dann liegst du leider falsch.

Für unsere Zeit in Cha-am beschreibt es gut, warum wir es dort so mochten. Wir verbrachten viel Zeit am Pool. Wir spielten Tennis. Wir hörten dem Meer zu. Wir fuhren mit dem Roller durch die ruhige Umgebung. Und wir hatten dieses klassische Gefühl, irgendwo am Meer angekommen zu sein und nirgendwohin zu müssen. Andere fliegen dafür extra auf die Malediven oder an noch entferntere Orte. Aber diese entschleunigenden Postkartenbilder gibt es auch im sonst sehr touristischen Thailand: Und zwar genau an der Küste im Golf von Thailand. Irgendwo zwischen Hua Hin und Cha-am.

Einen besonderen Ort, den wir mehrmals besucht hatten, obwohl es auch kein großes Abenteuer ist, möchten wir an dieser Stelle dennoch highlighten. Einfach weil es für uns der Höhepunkt unseres ruhigen Aufenthalts war. Unweit unserer Unterkunft befindet sich der Mangrove Forest Park, Cha-am. Der Zugang ist komplett kostenfrei und ein Besuch lohnt sich unbedingt. Obwohl wir im Januar, also in der Hauptsaison einen Monat in Cha-am verbrachten, waren wir hier immer allein. Und es ist wunderschön.

Man läuft auf einem Holzsteg wenige Kilometer entlang der Küste in einem Mangrovenwald. Der Weg führt über kleine Hängebrücken hoch hinaus auf Aussichtstürme.

Hängebrücke in einem Mangrovenwald in Cha-am 1 Monat in Cha-am Handgepäck-Regeln für Handgepäck-Regelnde
Die Hängebrücke im Mangrovenwald um die Ecke.

Man kann sogar viele spannende Tiere zwischen den Mangroven beobachten, zum Beispiel verschiedene Krabben oder einen Fisch, der auch an Land atmen kann, den Schlammspringer. Dieses wunderschöne und ruhige Ausflugsziel in der Gegend Hua Hin & Cha-am findest du hier: Mangrove Forest Park.

Rollertouren in Thailand bleiben hängen

Wenn wir nicht am Condo waren, mochten wir vor allem die Fahrten mit unserem geliehenen Roller, entweder die Küste entlang oder ganz weg von der Küste ins Hinterland.

Hinter den großen Resorts verändert sich die Umgebung schnell. Wir fuhren an Golfplätzen vorbei, durch kleine Ortschaften und über Straßen, auf denen noch weniger los war als entlang der Küste. Es waren keine spektakulären Sehenswürdigkeiten, aber genau das hat uns daran gefallen. Wir mussten nirgendwo ankommen. Wir konnten einfach fahren und schauen, was hinter der nächsten Kurve kommt.

Gesehen haben wir trotzdem mehr als genug: Unendliche Ananas-Felder, wilde Affen weit oben in irgendwelchen Bäumen, schöne Landschaften und tolle Menschen, die sofort an der Straße anhielten und uns fragten, ob alles in Ordnung sei, als wir einfach nur kurz einen Schluck Wasser trinken wollten.

Hua Hin ist immer einen Besuch wert

Hua Hin ist eine großartige Stadt. Wir können nachvollziehen, warum das thailändische Königshaus diesen Ort für Sommerresidenzen gewählt hat.

‚W er etwas Aufregendes oder europäische Infrastruktur erwartet, wird enttäuscht sein. Es gibt keine klassische Stadtmitte oder schöne Fußgängerzonen, aber das braucht es auch gar nicht.‘

Dafür gibt es in Thailand die sogenannten Night Markets und die allermeisten von diesen sind auch für Autos und Roller gesperrt. Unser Lieblings-Markt in Hua Hin ist der Cicada Market, der ist längst kein Geheimtipp mehr. Du solltest ihn unbedingt besuchen, wenn du in Hua Hin bist. Aber Achtung: Er ist nur freitags bis sonntags geöffnet. Auch wenn es ein Nachtmarkt ist öffnet er, wie die meisten in Thailand, bereits um 16:00 Uhr seine Türen.

Der Markt gehört bis heute zu den Orten, an die wir gerne zurückdenken. Er ist nicht sonderlich groß und auch kein klassischer Nachtmarkt in Thailand, sondern konzentriert sich auf Kunst, Handwerk, kleine Shops, Essen und Veranstaltungen. Aber er liegt auf einem schönen Platz, was den Aufenthalt angenehm macht.

Weil der Markt doch sehr touristisch ausgerichtet ist, musst du dir hier um Essen und Trinken keine Gedanken machen. Wir können zum Beispiel die Rotis, also eine Art Thai Pfannkuchen, sehr empfehlen. Auch preislich ist der Markt absolut in Ordnung, dafür dass er für Touristen ist. Für uns war der Markt genau die richtige Mischung aus schönem Ausflug und entspanntem Abend.

Hua Hin war nah – aber wir waren froh, nicht dort zu wohnen

Das ist vielleicht eine der interessantesten Erkenntnisse dieses Monats und für jede Reiseplanung relevant. Eigentlich wollten wir ja ursprünglich nach Hua Hin. Am Ende waren wir froh, dass wir nicht mitten in Hua Hin gewohnt haben. Wir konnten hinfahren, wenn wir mehr Auswahl, Märkte oder Stadtgefühl wollten. Danach konnten wir aber wieder zurück in unsere ruhige Ecke am Meer. Hua Hin ist auch sehr ruhig, aber dennoch eben eine Stadt. Schließlich sind wir zum Baden und Entspannen gekommen und da war unsere Lage etwas nördlich von Hua Hin besser für uns, als direkt in der Stadt mitten im Geschehen zu wohnen.

Nach einigen Wochen wollten wir eigentlich immer noch nichts verändern

Wir kamen in diese Ecke von Thailand wegen der Ruhe und dem Meer. Das gefiel uns vier Wochen später immer noch. Anfangs haben wir es teilweise als langweilig wahrgenommen, aber das lag wohl eher daran, dass wir unmittelbar anreisten, nachdem wir einen ganzen Monat in der wuseligen Hauptstadt Bangkok verbracht hatten.

Auch nach mehreren Wochen gab es keinen Moment, in dem wir plötzlich dachten, wir hätten den Ort falsch eingeschätzt. Bis heute reden wir regelmäßig darüber, wie schön diese Zeit war und dass wir gerne wieder genau dorthin zurückkehren würden. Das werden wir vermutlich auch irgendwann machen.

Nur mit Handgepäck in Cha-am
Unser Leben aus dem Rucksack blieb einfach

Cha-am war der zweite, längere Stopp unserer Weltreise. Erneut bestätigte sich: Nur mit Handgepäck zu reisen fühlte sich nicht wie Verzicht an. Wir hatten aus Bangkok nichts mitgenommen, von dem wir plötzlich feststellten, dass wir es gar nicht brauchten. Uns fehlte auch nichts Entscheidendes außer eine Sache, die uns sogar bis heute begleitet und mittlerweile sogar für uns unverzichtbar wurde. Auch wenn das für die allermeisten vermutlich verwirrend klingt, wenn sie hören, dass wir ausgerechnet das gekauft haben und es sogar seitdem um die halbe Welt in unserem sehr begrenzen Gepäck mitnehmen. Es sind Kleiderbügel.

Wir hatten in der Unterkunft keinen Kleiderschrank und auch keine Waschmaschine, also haben wir recht früh beschlossen, dass ein paar Kleiderbügel her müssen. Zum Beispiel, um Kleidung kurz in die Sonne zum Trocknen zu hängen, wenn wir es schnell mit der Hand durchgewaschen hatten.

Verbrauchsprodukte kauften wir weiterhin erst dann, wenn wir sie benötigten. Wobei sich schon hier unsere Routine abzeichnete, die wir so bis heute haben.

‚W enn wir eine Unterkunft neu beziehen, ziehen wir los um Zahnbürsten, Zahnpasta und Shampoo zu kaufen.‘

Diesmal brauchten wir zum ersten Mal auf der Reise Sonnencreme. Außerdem kauften wir uns Sandalen – im Partnerlook versteht sich natürlich.

Strandurlaub hat unsere Packliste überraschend wenig verändert

Wir hätten vorher vielleicht gedacht, dass ein Monat direkt am Meer andere Ausrüstung erfordert: Einfach, weil man es gewohnt ist, für jeden Urlaub, den man macht, einen ganzen Koffer voll mit spezifischen Dingen zu packen.

Aber wenn man nur mit Handgepäck reist, geht das nicht. Es gibt keine zusätzliche Strand-Garderobe. Keine große Spezialausrüstung, wie Taucherbrille und auch kein neues Packsystem. Wenn du aber du ein eigenes System für verschiedenste Reisen suchst, dann schau bei unseren Packlisten vorbei: Hier bündeln wir viele Packlisten für die verschiedene Reiseanlässe.

Gerade in Cha-am merkten wir, dass wir nicht für jede denkbare Situation Monate vorher alles im Rucksack haben müssen. Das bestätigte uns auch in unserer Idee der Weltreise nur mit Handgepäck. Egal ob für einen Pool, einen Strand oder einen Ort, an dem es kein Handtuch gibt: Wir haben grundsätzlich unser Handtuch und jeweils ein Set Badebekleidung in unserem Handgepäck Rucksack.

Die größte neue Erkenntnis war eigentlich die Wäsche

Wenn wir aus Cha-am einen konkreten Handgepäck-Hack mitgenommen haben, dann dieser: Eine Waschmaschine in der Unterkunft ist angenehm – aber nicht notwendig. Selbst in unserer abgelegenen Lage fanden wir ohne Schwierigkeiten unzählige Wäscherei. In unmittelbarer Umgebung gab es zwar keine zum selbst Waschen, das hat uns aber nicht gestört.

Durch die Möglichkeit, dass Wäsche waschen so problemlos war, konnten wir weiterhin mit wenig Kleidung reisen, ohne unsere Unterkunft nach einer einzigen Ausstattung auswählen zu müssen. Diese Erkenntnis direkt im zweiten Monat unserer Weltreise war sehr hilfreich, weil wir so wussten, was wir in Zukunft wirklich brauchen. Eine Waschmaschine gehört nicht dazu. Obwohl wir Sport machen und unsere Badebekleidung und Handtücher oft benutzen.

Würden wir wieder einen Monat in Cha-am verbringen?

Unsere Antwort ist eindeutig: Ja. Eigentlich war uns der Monat sogar zu kurz. Allerdings mit einer Einschränkung: Die Lage der Unterkunft ist entscheidend.

‚I n genau unserem ruhigen Condo direkt am Meer würden wir sofort wieder einen Monat verbringen. Ob wir überall in Cha-am oder Hua Hin genauso gerne länger bleiben würden, wissen wir nicht.‘

Auch für einen noch längeren Aufenthalt könnten wir uns die Gegend vorstellen. Irgendwann würde uns wahrscheinlich etwas mehr Abwechslung fehlen. Wer aber jeden Tag neue Sehenswürdigkeiten, Nachtleben und große Auswahl direkt vor der Tür möchte, findet wahrscheinlich spannendere Orte.

Wer dagegen in Thailand Ruhe, Meer und einen langsamen Alltag sucht, ohne direkt in Hua Hin wohnen zu wollen, ist in Cha-am richtig. Wir würden beim nächsten Mal gar nichts anders machen. Für uns war alles genau so perfekt wie es war und wahrscheinlich ist genau das das größte Kompliment, das wir einem Aufenthalt auf unserer Weltreise machen können.

1 Monat in Cha-am – zusammengefasst
DauerRund 1 Monat
ReiseartWeltreise nur mit Handgepäck
Vorheriger StoppBangkok
UnterkunftRuhiges Condo direkt am Meer
LageKüste bei Cha-am, abseits des Zentrums
AnreiseDirekt mit Grab aus Bangkok
FortbewegungFast ausschließlich Roller
AlltagMeer, Pool, Tennis & Rollertouren
Einkaufen7-Eleven & Einkäufe mit dem Roller
WäscheWöchentlich in einer lokalen Wäscherei
Besonders gefallenRuhe, Meeresrauschen, Küste, & Rollerfahrten
Weniger gefallenStraßenhunde, Müll & wenig Auswahl vor Ort
Schönster AusflugCicada Market in Hua Hin
Handgepäck-ErkenntnisWaschmaschine ist unnötig, wenn Wäschereien verfügbar sind.
War ein Monat passend?Für uns eher zu kurz.
Würden wir wiederkommen?Ja – in derselben, ruhigen Lage sofort.
Was würden wir ändern?Eigentlich nichts
Nächster StoppKuala Lumpur

Unser zweiter Monat auf Weltreise in Cha-am war das genaue Gegenteil von unserem ersten Stopp in Bangkok: weniger Auswahl und weniger Programm. Dafür Meer, Ruhe und ein Alltag, bei dem wir kaum etwas vermisst haben. Gerade weil wir nur mit Handgepäck reisen, hat uns Cha-am gezeigt, dass ein längerer Aufenthalt am Meer weder zusätzliche Ausrüstung noch eine Waschmaschine in der Unterkunft braucht.

Was du über 1 Monat in Cha-am mit Handgepäck wissen musst
Lohnt es sich, einen Monat in der Gegend Hua Hin/ Cha-am zu verbringen?

Ja – tatsächlich fühlte sich ein Monat sogar eher zu kurz an. Wir suchten nach Bangkok bewusst Ruhe und bekamen genau das: Meer, einen langsamen Alltag, viel Tennis und kleine Rollerfahrten statt ständigem Sightseeing.

Ist Cha-am ruhiger als Hua Hin?

Ja und unsere Lage bei Cha-am war ausgesprochen ruhig. Genau deswegen mochten wir sie. Wir konnten nach Hua Hin fahren, wenn wir mehr Auswahl wollten, und anschließend wieder in unsere ruhige Umgebung am Meer zurück. Die Stadt Cha-am ist deutlich ruhiger als Hua Hin.

Wo haben wir in Cha-am gewohnt?

Wir wohnten in einem ruhigen Condo direkt an der Küste und etwas südlich des Zentrums. In der unmittelbaren Umgebung lagen vor allem größere Hotels und Resorts. Entscheidend für unsere positive Erfahrung war deswegen weniger „Cha-am allgemein“ als unsere konkrete Lage direkt am Strand im Süden von Cha-am.

Braucht man in Cha-am einen Roller?

Für unsere abgelegene Lage war der Roller praktisch unverzichtbar. Einkaufen, Restaurants, Wäscherei und Fahrten Richtung Cha-am oder Hua Hin hätten ohne eigenes Fahrzeug deutlich mehr Organisation benötigt. Wer zentraler in einer der beiden Städte wohnt, kann das natürlich anders erleben.

Wie funktioniert Wäschewaschen in Cha-am ohne eigene Waschmaschine?

Wir nutzten ungefähr einmal pro Woche eine lokale Wäscherei. Bei unserer Wäscherei kostete der Service damals etwa 70 Baht pro Kilogramm, circa 1,80 Euro. Wir konnten die saubere Wäsche am nächsten Tag wieder abholen. Das hat uns gezeigt, dass eine Waschmaschine in der Unterkunft für eine Handgepäck Weltreise nicht zwingend notwendig ist.

Sind Straßenhunde in Cha-am ein Problem?

In der Umgebung unserer Unterkunft begegneten uns sehr viele Straßenhunde, teilweise auch größeren Gruppen. Meistens passierte nichts, bei einzelnen Rollerfahrten erlebten wir aber aggressive Situationen. Für uns war das kein großes, aber ein kleines Problem. Das ist unsere persönliche Erfahrung aus genau dieser Gegend und sollte nicht pauschal auf ganz Cha-am übertragen werden.

Für wen eignet sich Cha-am aus unserer Sicht?

Cha-am passt aus unserer Erfahrung besonders zu Reisenden, die Ruhe, Meer, einen langsamen Alltag suchen und nicht unbedingt mitten in einer Stadt wohnen möchten. Wer jeden Abend viel Unterhaltung, eine riesige Restaurantauswahl und alles direkt zu Fuß erreichen möchte, sollte die konkrete Lage besonders sorgfältig auswählen.

Beste Reisevorbereitung für deine Weggefährten