1 Monat auf Bali: Reisen nur mit Handgepäck

Reisterassen in Bali 1 Monat auf Bali Handgepäck-Regeln für Handgepäck-Regelnde

Nach Kuala Lumpur war der vierte Stopp auf unserer Weltreise also Bali. Wir nahmen einen Direktflug von Kuala Lumpur und landeten auf einer Insel, von der wahrscheinlich jeder schon irgendein Bild im Kopf hat. Reisterrassen. Tempel. Roller. Yoga. Beach Clubs. Sonnenuntergänge.

Wir selbst hatten aber wenig Erwartungen, denn einer von uns war schon einmal auf Bali gewesen, rund zwölf Jahre zuvor. So wussten wir ungefähr was uns erwarten könnte, auch wenn dieser Monat für uns beide im Grunde ein neuer Blick auf die Insel war.

Nach fünf schwierigen Nächten in Kuala Lumpur fühlte sich unsere kleine Villa zwischen den Reisfeldern rund um Ubud ziemlich schnell wie zuhause an.

Vor der Reise nach Bali

Warum Bali unser nächster Stopp wurde

Bali war kein spontaner Fluchtplan aus Kuala Lumpur, obwohl wir die Stadt ja fluchtartig verlassen hatten. Die Insel stand ohnehin auf unserer Route. Wir hatten geplant, nach Malaysia weiter nach Indonesien zu reisen und dort wieder einen Monat zu verbringen.

Nach den vorherigen Stationen wollten wir diesmal außerdem nicht mitten in einer Stadt wohnen. Wir fanden eine kleine, typisch balinesisch wirkende Villa außerhalb des eigentlichen Zentrums von Ubud, mitten zwischen Reisfeldern und mit einem kleinen privaten Pool. Einen komplizierten oder genauen Grund für diese Unterkunft gab es nicht.

‚W ir wussten nur: Wir werden uns einen Roller holen und möchten von unserer Lage aus möglichst viel von Bali selbstständig erreichen können.‘

Und diese Rechnung ging für uns dann genau so auf, auch wenn wir großen Respekt vor dem Verkehr auf Bali hatten. Schon allein aus dem Grund, weil die Straßen schon vor 12 Jahren sehr eng und teilweise uneben waren.

Einreise war einfach, Vorbereitung dafür weniger

Am Flughafen selbst empfanden wir die Einreise als überraschend unkompliziert. Die eigentliche Passkontrolle ging bei uns blitzschnell, auch wenn an dem recht kleinen Flughafen ziemliches Chaos herrschte. Weil wir online vorab Alles vorbereitet hatten, mussten wir unseren Pass nur auf ein elektronisches Einreise-Terminal legen und schon waren wir offiziell auf Bali. Was uns deutlich mehr beschäftigte, waren die Schritte vor der Einreise: Visaformalitäten, digitale Einreiseerklärung und die Tourismusabgabe für Bali.

Seit September 2025 wird bei internationalen Ankünften am Flughafen Ngurah Rai die digitale All Indonesia Arrival Card genutzt. Inzwischen ist diese Erklärung für internationale Einreisen nach Indonesien generell verpflichtend. Sie kann innerhalb der drei Tage vor Ankunft ausgefüllt werden und ist kostenlos.

Zusätzlich erhebt Bali von ausländischen Touristen eine eigene Tourismusabgabe. Die beträgt aktuell 150.000 Indonesische Rupiah pro Person (etwas mehr als 7 Euro) und kann über das offizielle Love-Bali-System bezahlt werden.

Welche Visaregelung benötigt wird, hängt unter anderem von Staatsangehörigkeit und Aufenthaltsdauer ab. Darum würden wir bei einer Reise nach Bali immer direkt die offiziellen indonesischen Einreisebestimmungen prüfen. Am liebsten und zuverlässigsten prüfen wir die Einreisebestimmungen für unsere Ziele übrigens immer bei ADAC, die verweisen immer direkt auf die richtige Webseite.

Handgepäck mussten wir längst nicht mehr überdenken

Bei unserer vierten längeren Station unserer Weltreise hatte sich das Packen bereits komplett normalisiert. Wie immer hatten wir kein spezielles Equipment dabei, so auch für Bali. Man braucht auch keine zusätzlichen Dinge für einen Monat auf einer tropischen Insel, wenn man seine persönliche Weltreisen Packliste so plant, dass man Alles überall dabei hat oder eben mal schnell etwas kaufen kann. Auf Bali angekommen haben wir unsere zweite Flasche Insektenschutzmittel gekauft, die erste aus Bangkok war leer.

Aufenthalt in Bali

Perfekte, kleine Villa zwischen den Reisfeldern

Wir wohnten nicht mitten im Zentrum von Ubud, sondern in einem kleineren Ort in der Umgebung. Mit dem Roller waren es aber gerade einmal sieben Minuten bis ins kulturelle Zentrum von Bali, nach Ubud.

‚U m unser kleines Häuschen herum lagen Reisfelder und wir hatten Glück: Genau zu dieser Zeit waren sie schön saftig grün, weil sie im Februar kurz vor der Ernte lagen.‘

Dank unseres einmonatigen Aufenthalts in der Villa konnten wir sogar das Wachsen der Reishalme beobachten. Unsere Unterkunft hatte einen eigenen Pool und war ruhig und grün. Weit entfernt von dem Bild, das man von den vollen Straßen rund um Canggu oder dem Zentrum von Ubud kennt.

Für einen Aufenthalt ohne Fahrzeug wäre unsere Lage vermutlich deutlich weniger praktisch gewesen. Aber wir hatten ja ohnehin von Anfang an geplant, einen Roller auszuleihen.

Bali kann auch ruhig

Unser Alltag auf Bali war sehr entspannt. Wir mussten und wollten nicht ständig etwas unternehmen. Das ist nur möglich, wenn man längere Zeit vor Ort hat. Für Bali empfehlen wir definitiv, sich so viel Zeit zu nehmen wie möglich. Uns ist natürlich klar ist, dass nur die Wenigsten die Möglichkeit haben, wirklich vier Wochen auf Bali zu verbringen.

Wir entspannten viel in unserer Zeit auf Bali: Wir saßen in unserer Villa, genossen bei einem warmen Tee die Natur, oft inklusive tropischen Schauern, fuhren spontan mit dem Roller los und hatten ziemlich schnell wieder das Gefühl, dass unsere Weltreise leicht ist und wir alle Freiheit der Welt haben.

Gerade nach Kuala Lumpur war unser Leben auf Bali ein Kontrast. Nicht weil Bali objektiv „besser“ ist. Sondern weil dieser Ort in diesem Moment sehr viel besser zu uns passte – trotz starker Regenzeit im Februar.

Wir sehen auch oft im Internet, wie andere Reisende sich beschweren, dass es auf Bali überall sehr laut und chaotisch sei. Das stimmt. Aber es gilt nicht für die gesamte Insel. Ja, es gibt sehr viele Baustellen.

‚D ie Bauarbeiten gehören einfach mit dazu, wenn jeder Mensch auf dem Planeten mal nach Bali reisen möchten.‘

Aber wenn man etwas mehr Zeit bei der Planung aufbringt, findet man schöne und ruhige Ecken ohne viel Verkehrschaos vor der Türe. Dann findet man genau das, was man sich vor der Ankunft auf der Insel gewünscht hat. Das geht auch recht zentral, wie unsere Unterkunft bestätigt.

Ohne Roller hätte unser Bali anders ausgesehen

Wir waren auf Bali eigentlich ausschließlich mit dem Roller unterwegs. Damit kommen wir zu einem Punkt, den man bei Bali nicht schönreden sollte: Der Verkehr ist nervig und anstrengend. Direkt bei unserer ersten Rollerfahrt fragten wir uns, ob wir das wirklich einen Monat lang machen möchten. Die Straßen sind schmal, sehr schmal, an touristischen Stellen voll und der Verkehr wirkt zunächst ziemlich chaotisch.

Aber nach einigen Wochen hatte sich unser Gefühl verändert. Wir verstanden die Abläufe viel besser, fühlten uns deutlich sicherer im Verkehrsfluss und der Roller gab uns genau die Freiheit, die wir für unseren Aufenthalt wollten.

Das bedeutet nicht, dass ein Roller für jeden die richtige Wahl ist. Wer nicht fahren möchte, sollte die Lage seiner Unterkunft und seine geplante Fortbewegung auf Bali besonders genau berücksichtigen. Dann empfehlen wir, dass wenn der geplante Weg nicht sehr weit ist, immer ein Roller-Taxi gewählt werden sollte, um die Staus auf den Hauptstraßen schnell zu durchfahren.

Bali Belly: Auf Bali essen ist eine wilde Mischung

Kulinarisch bestand unser Monat keineswegs ausschließlich aus traditioneller indonesischer Küche. Vermutlich ist Bali einer der besten Orte in ganz Südostasien, wenn man internationale Küche in jedem Preissegment sucht. Das hat uns auch gefallen: Online kursiert überall der Begriff Bali Belly. Vermutlich ist das auch mittlerweile ein Phänomen auf Bali, dass man sich wahrscheinlich eine Lebensmittelvergiftung zuzieht. Wir hatten es einen ganzen Monat ohne geschafft.

Um einen Bali Belly, eine Lebensmittelvergiftung auf Bali, zu vermeiden, empfehlen wir Getränke aus der Flasche oder Dose zu trinken und nicht aus Gläsern mit Eiswürfeln (Ja, wir haben meistens wenn wir essen waren unsere Getränke auf dem Tisch in kleinen Flaschen oder Dosen serviert bekommen) zu trinken.

Dann raten wir dir, dass du vor jeder einzelnen Mahlzeit deine Hände desinfizierst. Es ist ein Irrtum, dass Vergiftungen immer von Lebensmitteln stammen – oft sind unsere eigenen Hände dafür verantwortlich. Check online immer alle Bewertungen ab: Wir filtern bei einzelnen Lokalen gerne nach der niedrigsten Bewertung, das funktioniert am besten für uns.

Unser letzter Tipp, wie du eine Lebensmittelvergiftung vermeidest, ist, dass wenn du dir unsicher bist, Gerichte mit Hähnchen lieber weg lässt. Das sind übrigens auch unsere generellen Tipps zur Vermeidung einer Lebensmittelvergiftung in Südostasien.

Zurück zum eigentlichen Punkt: Wir mochten die kulinarische Vielfalt auf Bali. Mal gab es deutsches Brot mit Käse und Wurst. Mal veganes „Bali Healing Food“, wie eine Rohkost-Lasagne oder Konjakwurzel-Curry. Dann indisches Essen. Und natürlich indonesische Klassiker. Besonders gerne mögen wir Saté-Spieße mit Erdnusssauce sowie Nasi Goreng und Bami Goreng. Diese Speisen solltest du auf Bali unbedingt probieren.

Achso, und ab und zu gab es natürlich einen Klassiker in Indonesien: Die Tütensuppe. Wenn wir mittags durch die Gegend fuhren, roch es nahezu überall nach Instant-Suppe, weil balinesische Kinder sie oft mittags nach der Schule essen.

Für Lebensmittel und andere Einkäufe fuhren wir meistens zum sogenannten Bintang-Supermarkt.

‚G leichzeitig findet man gerade rund um Ubud viele Läden die stark auf internationale Besucher ausgerichtet sind.‘

Das hat aber auch Nachteile. Man bekommt zwar unglaublich viel. Dadurch fühlt es sich aber nicht überall wie das ursprüngliche Bali an.

Das ist eben so, wenn man nach Bali reist. Bali ist schließlich dafür bekannt, dass unzählige verschiedene Kulturen dort mittlerweile als digitale Nomaden vertreten sind. Außerdem ist es für Australier auch wegen der Nähe als Urlaubsort das, was für uns Mallorca ist.

Unsere Wäsche wurde einfach abgeholt

Das hat uns wirklich überrascht, weil auch wenn es ein Hotspot für digitale Nomaden ist, Bali längst nicht überall so modern ist wie man es vielleicht erwarten würde. Wir suchten online nach einer Wäscherei und fanden schnell mehrere Services, die unsere Kleidung abholten und innerhalb von ungefähr 24 Stunden wieder zurückbrachten. Wir entschieden uns dann für den günstigsten Service – und Wäsche könnte kaum einfacher sein: Nachricht auf WhatsApp, Abholzeit vereinbaren, fertig.

Auf unseren bisherigen Stationen hatten wir eigene Waschmaschinen oder mussten selbst zur Wäscherei fahren. Auf Bali erledigte sich das Thema praktisch von allein. Gerade für eine Weltreise nur mit Handgepäck ist das extrem angenehm: Wir brauchen weiterhin nur wenige Kleidungsstücke und müssen uns trotzdem nicht ständig ums Waschen oder eine Waschmöglichkeit kümmern.

Lokale Sim auf Bali für mobiles Internet

Auch beim mobilen Internet lief es diesmal etwas anders. Statt, wie sonst immer, zum größten lokalen Anbieter zu gehen und eine physische SIM-Karte zu kaufen, entschieden wir uns für einen anderen Weg. Wir fanden keinen offiziellen Laden des größten Anbieters in der Nähe. Andererseits nutzen wir ungerne einen typischen internationalen eSIM-Anbieter, weil die Preise oft um einiges höher sind als lokale Preise vor Ort.

Nach einer kurzen Recherche im Internet bestellten wir eine lokale eSIM über BaliEasy. In unserer persönlichen Erfahrung funktionierte der Kontakt über WhatsApp schnell und unkompliziert. Auch das Aktivieren verlief reibungslos und ohne Probleme, alles Nötige wird kinderleicht erklärt und dir bereitgestellt. Die Kommunikation ist einfach und schnell über Whatsapp.

Auch die angegebenen Zeiten, wie lang alles brauchen würde, natürlich nur wenige Minuten, waren absolut akkurat.

‚D ie lokalen eSIMs, die unter anderem über das größte lokale Netz, das Telkomsel-Netz laufen, funktionieren reibungslos.‘

Das ist keine allgemeine Empfehlung dafür, dass dieser Anbieter für jeden die beste Lösung ist. Für uns hat er während unseres Aufenthalts aber sehr gut funktioniert.

Bali fühlte sich spiritueller an als wir erwarteten

Das hat uns wahrscheinlich am meisten überrascht. Kleiner Fakt am Rande: Bali hat so viele Tempel, dass es statistisch gesehen mehr Heiligtümer als Wohnhäuser auf der Insel gibt.

Natürlich wussten wir vorher, dass Religion und Spiritualität auf Bali wichtig sind. Bali wird schließlich auch die Insel der Götter genannt. Rein rechnerisch hat es die höchste Dichte an Gotteshäusern weltweit. Und: Balinesische Tempel sehen einzigartig aus, weil sie es sind. Ganz genau so, wie die Religion, die Balinesen praktizieren. Der balinesische Hinduismus hat sich hier entwickelt und es gibt ihn nur auf dieser einen, tropischen Insel.

Vor Ort merkt man aber erst, wie präsent Spiritualität im Alltag ist. Alles sieht irgendwie nach Tempel aus und überall siehst du kleine Opfergaben am Boden. Auch bei unserer Unterkunft wurden täglich Canang Sari platziert. Diese kleinen, meist aus Palm- beziehungsweise Kokosblättern gefertigten Opferkörbchen mit Blumen und weiteren Bestandteilen, wie Keksen, Bonbons, Reis, Zigaretten und Räucherstäbchen gehören zum religiösen Alltag der balinesischen Hindus.

Canang Sari Göttergabe 1 Monat auf Bali Handgepäck-Regelnde für Handgepäck-Regelnde
Opferritual Canang Sari zur Herstellung der kosmischen Balance zwischen spiritueller und materieller Welt.

Achte unbedingt darauf, dass du nicht darauf trittst, wenn du auf Bali läufst. Man übersieht die zentral auf dem Fußweg platzierten Opfergaben schnell.

Tempel, Opfergaben und Zeremonien wirkten in Bali überhaupt nicht wie eine touristische Inszenierung. Sind sie auch nicht. Sie waren einfach da und gehören dazu. Jeden Tag. Diese gelebte Spiritualität macht Bali tatsächlich anders als jeden anderen Ort, an dem wir bis hierhin waren.

Bali ist nicht nur das perfekte Instagram-Bild

So sehr wir die Natur und Atmosphäre mochten: Einige Dinge haben uns enttäuscht. An manchen Stellen lag deutlich mehr Müll, als wir erwartet hatten. Teilweise fiel uns das sogar rund um religiöse Orte auf. Dieser Zustand ist sehr bedauernswert.

Außerdem erlebten wir Situationen, in denen uns der Umgang mit Tieren schockierte. Auch beim Bezahlen gab es gelegentlich Überraschungen.

‚A bseits der offensichtlich touristischen Bereiche wurden uns vereinzelt Preise genannt, die für sehr einfache Produkte völlig unverhältnismäßig waren.‘

Ein Soft-Drink kostete dann plötzlich das dreifache. Nach Thailand und Malaysia war das für uns ungewohnt. Diese Punkte veränderten unsere insgesamt positive Erinnerung an Bali nicht, aber auch die negativen Ereignisse gehören zu Bali.

Jedenfalls ist Bali kein Social-Media-Freizeitpark, sondern eine Heimat für Menschen auf der Welt, wie jeder andere bewohnte Ort auf der Erde. Und das Vergessen einige Touristen auf dieser Insel gerne. Bali hat auch vor dem Hype existiert.

Bali ist nicht dafür da, uns Touristen in jedem Punkt zu gefallen und zu beeindrucken. Und bei manchen Problemen auf der Insel hat sicher auch der Tourismus seinen Teil dazu beigetragen, etwa beim Müllproblem. Denke einfach daran, dass auch du nur ein Gast hier bist und eben wie alle anderen dieses besondere Stückchen Erde besuchen möchtest.

Unsere Bali-Reise

Schönster Bali-Moment war eigentlich ein Restaurant

Okay um fair zu bleiben, es war natürlich nicht einfach das Restaurant als solches. Es war eher der Ort, an welchem das Restaurant war – im Gebiet rund um den aktiven Vulkan Batur.

Wir saßen im Blue Mountains Bali einfach einen ganzen Nachmittag und schauten auf diese riesige vulkanische Landschaft: Inmitten tropischer Natur der Vulkankrater, das Lavafeld, ein See der sich im Krater gebildet hatte. Ein Blick auf eine unglaubliche Weite. Mehr passierte auch nicht. Wir tranken warmen Tee, aßen eine Kleinigkeit und ließen einfach die Welt an uns vorbeiziehen.

Caldera Vulkankrater Mount Batur 1 Monat auf Bali Handgepäck-Regelnde für Handgepäck-Regelnde
Der schwarze Boden von früheren Ausbrüchen neben dem satten Grün der dichten, tropischen Natur.

Das Wetter war an diesem Tag nicht sehr gut, aber genau das hat die Atmosphäre so gemütlich gemacht. Wir beobachteten, wie sich langsam immer mehr Nebel bildete und in Richtung uns zog. Wegen der gemütlichen Atmosphäre erinnern wir uns gerne daran.

Der kleine Ort Kintamani und die Gegend um den Mount Batur sind von der vulkanischen Caldera, dem Mount Batur und dem Batursee geprägt. Der Batur-Geopark wurde 2012 als erster Geopark Indonesiens in das UNESCO Global Geoparks Network aufgenommen.

Dieser Blick gehört für uns bis heute zu den beeindruckendsten Momenten unseres Monats und die lange Fahrt dorthin auf unserem kleinen Roller hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Jatiluwih zeigte uns das gesuchte Bali

Auch die Jatiluwih Rice Terraces gehören zu den Orten, die wir sofort wieder besuchen würden. Diese spektakulären Reisterassen sind auf dem Bild ganz oben zu sehen. Klar ist: Reisfelder gibt es auf Bali an vielen Stellen. Aber Jatiluwih ist trotzdem etwas Besonderes. Die dortige Landschaft gehört zur von der UNESCO geschützten Cultural Landscape of Bali Province, deren jahrhundertealtes Subak-System, also Bewässerungskanäle, Landwirtschaft, Tempelkultur und die balinesische Philosophie miteinander verbindet.

Für uns war das weniger wichtig, wir fanden vor allem die Landschaft unglaublich schön. Wenn das Wetter gut ist, ist es so klar, dass man von hier über die Insel bis in den Süden, bis zum Meer schauen kann. Ein traumhafter Anblick der sich definitiv lohnt.

Auch wenn das eigentlich einer der Orte ist, die auf Bali besucht werden sollten, war hier wirklich wenig los und wir hatten die Reisfelder ganz für uns allein. Vermutlich weil vielen, gerade jüngeren Touristen, dieser Ort zu langweilig ist.

Auf Bali gibt es nämlich auch andere Reisterassen, bei denen man mit einer Slackline fahren kann, die berühmten Bali-Schaukelbilder machen kann und sogar in einem Pool relaxen kann. Alles gegen Extra-Kosten versteht sich, Eintritt kommt auch dazu. Wir waren an einem solchen Ort und es hat uns überhaupt nicht gefallen. Wegen solcher Orte hatten wir bewusst versucht, nicht die bekanntesten touristischen Hotspots abzufahren.

Tanah Lot ist touristisch und trotzdem schön

Bei Tanah Lot funktionierte das nicht ganz, Touristen aus dem Weg zu gehen. Der Tempelkomplex gehört schließlich zu den bekanntesten Motiven Balis. Und er ist auch wirklich sehenswert.

Tanah Lot liegt an der Südwestküste Balis. Der zentrale Tempel steht auf einer Felsformation mitten im Meer. Die einschlagende Brandung von der unruhigen See macht den Anblick umso epischer.

Tempel im Wasser Tanah Lot 1 Monat auf Bali Handgepäck-Regelnde für Handgepäck-Regelnde
Der hinduistische Tempel im Meer ist voll von Touristen aber ein Besuch lohnt sich trotzdem.

Das Schöne an dem Ort ist, dass die Anlage nicht nur aus dem berühmten Fotomotiv besteht, sondern auch aus einem schönen Park an den Klippen. Man kann durch die Umgebung laufen und die Küstenlandschaft genießen. Dieser kleine Spaziergang ist sehr empfehlenswert.

Keramas Beach war das Gegenteil davon

Ganz anders fühlte sich Keramas Beach an. 10 Kilometer lang, schwarzer vulkanischer Sand mit Blick auf den Vulkan Agung. Es ist wirklich eine sehr schöne Kulisse mit einem entspannten Vibe. Hier ist sehr wenig los, weil der Strand sich nicht sehr gut zum Schwimmen eignet. Keramas Beach ist ein Surfer-Spot. Der Strand an Balis Ostküste ist vor allem für seine Wellen bekannt.

Surferstrand Keramas Beach mit schwarzem Sand 1 Monat auf Bali Handgepäck-Regelnde für Handgepäck-Regelnde
Das raue Meer in Keramas kontrastiert das beruhigende Gefühl des feinen, schwarzen Sandstrandes.

Wir mochten gerade dieses entspannte Gefühl, weil wir den Strand hier stellenweise ganz für uns alleine hatten. Nur wenige Dutzend Surfer ritten auf den Wellen und ein oder zwei andere Touristen spazierten am Strand im schwarzen Sand.

Touristische Hotspots auf Bali auslassen

Das war eine ziemlich bewusste Entscheidung. Wir wollten Bali nicht über die Orte erleben, über die jeder spricht. Natürlich waren wir auch in Ubud und Canggu. Aber wir hatten kein Interesse daran, jeden bekannte Instagram-Spots zu jagen und nacheinander abzuhaken.

‚B ali hat trotz des enormen Tourismus noch immer ruhige, landschaftlich wunderschöne Ecken.‘

Und wir wollten diese suchen. Vermutlich war das einer der Gründe, warum uns die Insel am Ende so gut gefallen hat.

Irgendwann versteht man was Bali bedeutet

Die Frage ist erstaunlich schwer zu beantworten. Für jeden Besucher ist diese Insel einzigartig und etwas anderes. Die einen tauchen hier aus ihrem Berufsalltag ab, die anderen kommen um Inhalte für die digitale Welt zu produzieren. Manche suchen eine spirituelle Heilung auf Bali und nochmal andere wollen die mittlerweile weltberühmte Insel einfach mal kennenlernen. Jeder nimmt Bali anders wahr: Weil auf Bali sehr viele kleine Dinge speziell wirken.

Ein Tempel am Straßenrand. Eine Opfergabe vor der Haustür. Reisfelder direkt hinter der Villa. Ein Roller mit einer kompletten Familie darauf. Überall Tiere und Ameisen. Sehr viele Ameisen. Irgendwann stellten wir sogar fest, dass unser Roller von Ameisen bewohnt wurde. Für uns war das typisch Bali.

Nach einigen Wochen wurde Bali immer leichter

Das war für uns vielleicht die größte Veränderung während des Monats. Am Anfang empfanden wir vor allem den Verkehr als anstrengend. Nach unserer ersten Rollerfahrt hatten wir einen Schock und wollten eigentlich gar nicht erst wieder aufsteigen.

Ein paar Wochen später war alles normal geworden. Wir kannten unsere Umgebung. Wir wussten, wie wir fahren wollten. Und dadurch wurde Bali mit jedem Tag angenehmer. Der Ort selbst hatte sich nicht verändert, wir haben uns an ihn angepasst: Wir wussten welche Strecken wir lieber meiden und welche Straßen gut befahrbar sind.

Nur mit Handgepäck auf Bali
Bali verlangt keine eigene Packliste

Nach mehreren Monaten Weltreise hat sich nun bestätigt und bewährt, was wir bereits vor unserer Abreise angenommen hatten: Man muss nicht für jedes Land und jeden Ort anders packen. Auch Bali machte da keine Ausnahme. Wir hatten alles dabei, was wir brauchten. Wenn etwas Kleines fehlte, kauften wir es vor Ort.

Für unser Frühstück in der Villa wollten wir beispielsweise Milch und Müsli essen. Also kauften wir für wenige Euro einfache Schüsseln, denn die gab es nicht. Als wir weiterreisten, ließen wir sie in der Villa, damit andere Gäste sie nutzen können.

‚G enauso verstehen wir inzwischen minimalistisches Reisen: Nicht alles muss monatelang im Rucksack mitreisen, nur weil wir es an einem einzelnen Ort zeitweise benötigen.‘

Außerdem war es kein Thema diese Schüsseln auf Bali zu kaufen. Es hat uns auch keine Zeit gekostet. Denn: Wir haben sie uns einfach über Grab bestellt und liefern lassen. Typisch balinesische Bequemlichkeit.

Regenzeit in Bali änderte am Handgepäck fast nix

Während unseres Aufenthalts regnete es sehr viel. Das passte auch zur Jahreszeit: Auf Bali liegt die Regenzeit üblicherweise zwischen November und März, wobei die tatsächlichen Bedingungen von Jahr zu Jahr schwanken können.

Für unser Gepäck änderte das wenig – eine dünne Regenjacke haben wir ja ohnehin in unserem Rucksack. Aber beim Rollerfahren ist es noch praktischer, wenn man einen Poncho trägt, der auch die Beine schützt. Also kauften wir schnell einen für circa 2 Euro, die gibt es an jeder Ecke. Der lag dann einfach immer im Roller bereit und das reichte.

Bali zeigte wie wenig man braucht

Auch auf Bali zeigte sich, dass unser Gepäck-System funktioniert. Nach Bangkok, Cha-am, Kuala Lumpur und Bali stellte sich immer wieder heraus: Unser Grundsystem funktioniert. Kleidungsstücke für eine Woche. Ein paar feste Schuhe, Sandalen und Hausschuhe. Verbrauchssachen nach Bedarf kaufen. Wäsche regelmäßig waschen.

Das Wichtigste ist wohl Flexibilität, wenn man nur mit Handgepäck reist. Man sollte nicht versuchen, jede denkbare Situation bereits Monate vorher im Rucksack abzudecken. Außerdem muss man damit rechnen, dass man immer mal wieder etwas dazu kaufen muss oder sich eben auch mal von etwas trennen muss, weil es vom häufigen Waschen schneller kaputt geht als zuhause. 

Würden wir wieder einen Monat auf Bali verbringen?

Ja. Ein Monat fühlte sich für uns ziemlich passend an. Wir würden sogar wieder in derselben Gegend rund um den Westen des Ortes Ubud wohnen. Aber: Bali kann anstrengend sein. Der Verkehr. Der Tourismus. Volle Hotspots. Müll. Orte, die mit dem perfekten Bali-Bild aus sozialen Medien wenig gemeinsam haben.

Deswegen würden wir Bali auch nicht für jeden empfehlen. Entscheidend ist aus unserer Sicht, wo auf der Insel man wohnt, wie man sich fortbewegt und was man von Bali erwartet. Wer nur das makellose Internet-Bali sucht, wird enttäuscht. Wer bereit ist, die Insel langsamer zu entdecken, touristische Zentren zu verlassen und sich auf ihre Eigenheiten einzulassen, findet unglaublich schöne Ecken.

Beim nächsten Mal würden wir für uns aber wenig ändern. Vielleicht würden wir noch abgelegenere Regionen anschauen. Aber auch einige sehr bekannte Orte wie Nusa Penida, eine Insel vor Bali, oft ein typisches Postkartenmotiv von Bali, nachholen. Dort sind wir in unserer Zeit auf Bali nicht hingekommen.

Nach unserem Monat auf Bali ging es aber erst einmal zurück nach Thailand. Nach dieser wuseligen Insel haben wir uns wieder nach einem bequemen Ort gesehnt. Unser nächster Stopp: Phuket.

1 Monat auf Bali – kurz zusammengefasst
DauerRund 1 Monat
ReiseartWeltreise nur mit Handgepäck
Vorheriger StoppKuala Lumpur
UnterkunftKleine private Villa mit Pool
LageWestlich von Ubud.
FortbewegungNahezu ausschließlich Roller
UnterkunftskostenRund 670 € für einen Monat
WäscheAbhol- & Lieferservice
Mobiles InternetLokale eSIM
Besonders gefallenNatur, Ruhe & Freundlichkeit
SchwierigVerkehr, viel Regen & Müll
LieblingsorteBatur-Region, Jatiluwih, Tanah Lot & Keramas Beach
LieblingsessenSaté mit Erdnusssauce, Nasi & Bami Goreng
Handgepäck-ErkenntnisTemporär Benötigtes vor Ort kaufen statt mitnehmen.
War ein Monat passend?Für uns ja, sogar perfekt.
Würden wir wiederkommen?Definitiv
Wieder dieselbe Gegend?Ja
Nächster StoppPhuket

Unser Monat auf Bali war für uns eine der angenehmsten Stationen der bisherigen Weltreise. Eine kleine Villa in den Reisfeldern, viel Natur, Rollerfahrten und ein Alltag, der nach einigen Tagen immer leichter wurde. Gleichzeitig haben wir Bali nicht als perfekte Instagram-Insel erlebt: Verkehr, Müll und starker Tourismus gehören für uns genau so zur Wahrheit wie Reisterrassen, Tempel und diese einzigartige, spirituelle Atmosphäre.

Was du über 1 Monat auf Bali wissen musst
Lohnt es sich, 1 Monat auf Bali zu bleiben?

Für uns ja. Ein Monat war lang genug, um nicht nur Sehenswürdigkeiten abzufahren, sondern Routinen zu entwickeln und unterschiedliche Teile der Insel mit dem Roller kennenzulernen. Gleichzeitig hatten wir auch nach vier Wochen noch Orte, die wir bei einem weiteren Besuch sehen möchten.

Wo eignet sich Bali für einen längeren Aufenthalt?

Das hängt stark vom gewünschten Alltag ab. Wir wohnten außerhalb von Ubud mitten zwischen Reisfeldern und mochten die Ruhe sehr. Konkret hieß der Ort Sayan und lag etwa 5 Kilometer im Westen von Ubud. Wer Nachtleben, Beach Clubs oder möglichst viele Restaurants zu Fuß erreichen möchte, wird vermutlich eine andere Region bevorzugen.

Kann man 1 Monat auf Bali nur mit Handgepäck verbringen?

Bei uns funktionierte das problemlos. Wir brauchten keine zusätzliche Bali-Ausrüstung, ließen unsere Wäsche abholen und kauften kleine Verbrauchsgegenstände oder kurzfristig benötigte Dinge einfach vor Ort. Bali ist ein sehr bequemer und auf Touristen ausgelegter Ort.

Braucht man auf Bali einen Roller?

Nicht grundsätzlich. Für unsere abgelegene Unterkunft außerhalb von Ubud war ein Roller aber entscheidend für unseren Alltag. Wer nicht selbst Roller fahren möchte, sollte bei der Unterkunft besonders auf Lage und verfügbare Transportmöglichkeiten achten. Generell empfehlen wir die Fortbewegung in Rollertaxis anstatt mit einem Auto, einfach weil Roller schneller durch den Verkehr kommen.

Was kostet eine Unterkunft für 1 Monat auf Bali?

Unsere kleine Villa mit eigenem Pool außerhalb von Ubud kostete während unseres Aufenthalts ungefähr 670 Euro für einen Monat inklusive regelmäßiger Reinigung und Trinkwasser. Das ist nur unsere persönliche Buchung und kein allgemeiner Preis für Bali. Kosten hängen stark von Saison, Region und Unterkunft ab.

Wie funktioniert Wäschewaschen auf Bali?

Wir nutzten einen lokalen Wäscheservice, der unsere Kleidung direkt an der Villa abholte und ungefähr 24 Stunden später zurückbrachte. Für uns war das besonders praktisch beim Reisen nur mit wenigen Kleidungsstücken. Das ist die Art und Weise des Wäschewaschens mit am wenigsten Aufwand.

Ist Bali während der Regenzeit eine gute Idee?

Für uns ja, obwohl es während unseres Aufenthalts sehr viel regnete, wir sind ja im Februar dort gewesen. In unserem Monat hat es aber nie besonders stark oder lang am Stück geregnet. Bali liegt üblicherweise zwischen November und März in der Regenzeit. Die tatsächliche Niederschlagsmenge kann stark variieren. Falls dir aber etwas Regen wenig ausmacht, ist Bali wunderschön in der Regenzeit, weil die tropische Insel in dieser Zeit wunderschön grün leuchtet. Blauen Himmel und Sonnenschein hatten wir trotzdem ausreichend.

Beste Reisevorbereitung für deine Weggefährten